Genius-Stufe
Aus richtig gespielt
wird gut gespielt.
Die ersten drei Stufen fragen, ob du die richtigen Tasten triffst. Die vierte fragt etwas anderes: wie du sie triffst.
Die Töne bleiben, das Maß ändert sich
Von Stufe 1 bis 3 wächst der Notentext: Der Einstieg hat bei „Für Elise“ 763 Töne, der Aufbau 991, das Konzert 1.056. Auf Genius bleibt es bei 1.056 – nicht ein Ton kommt dazu.
Was sich ändert, ist nicht, was du spielst, sondern was gezählt wird. Die Balken im Notenfall werden unterschiedlich kräftig und zeigen die Anschlagstärke. Ein Ton zur richtigen Zeit auf der richtigen Taste ist ab hier die Voraussetzung, nicht das Ergebnis.
Deshalb gibt es für Genius auch keinen eigenen Notensatz. Es wäre eine Behauptung ohne Daten: Dasselbe Stück anders zu notieren, nur damit die Stufe eine eigene Datei hat, würde die Sache verfehlen.
Was gemessen wird
Anschlagstärke
Wie fest du anschlägst, Ton für Ton. Daraus wird Dynamik: Eine Melodie, die über der Begleitung steht, klingt anders als eine, die darin untergeht – auch wenn beide dieselben Tasten treffen.
Timing
Nicht nur ob, sondern wann. Ein Akkord, dessen Töne um Millisekunden auseinanderliegen, ist nicht falsch – aber er ist auch nicht zusammen.
Dein Instrument liefert es
Dynamik und Timing kommen direkt aus MIDI, also aus dem, was deine Tastatur sendet. VI rät nicht und rechnet nichts hinzu.
Die eine Ausnahme: das Pedal
Bis zum Konzert gilt ohne Einschränkung: VI lässt nichts weg und erfindet nichts dazu. Das Konzert ist das Stück, wie es notiert ist – mit Pedal, wenn der Komponist eines geschrieben hat, und ohne, wenn nicht.
Auf Genius ändert sich das, und zwar nur hier: Braucht ein Stück ein Pedal, um als Musik zu bestehen, bekommt es auf dieser Stufe eines. Der Grund ist derselbe wie für die ganze Stufe – gewertet wird Ausdruck, und Pedal ist Ausdruck. Ein Stück ohne Pedal auf Genius zu bewerten hieße, nach etwas zu fragen, das man gar nicht geben kann.
Das gilt für die Stücke aus unserem Katalog. An deinen eigenen Dateien ändern wir nichts – was dort nicht drinsteht, kommt auch nicht dazu.
Wofür das gut ist
Es ist der Unterschied zwischen einem Stück, das man abgearbeitet hat, und einem, das man spielen kann. Wer die Noten trifft, ist fertig mit dem Lernen – und fängt mit dem Musizieren erst an.
Und es ist der Grund, warum die Stufe so heißt. Der Genius war für die Römer keine seltene Gabe, sondern der Geist, der jedem Menschen innewohnt: nicht zu verdienen, sondern zu pflegen. Was es braucht, ist keine Begabung, sondern Beharrlichkeit – und genau dort steht diese Stufe.
Was du bekommst
- Dasselbe Stück wie im Konzert – kein neuer Notentext, nichts noch einmal zu lernen
- Macht hörbar, was bisher Gefühlssache war: Die Balken zeigen, wie du wirklich angeschlagen hast
- Kein Zusatzgerät. Wer ein Instrument mit MIDI hat, hat alles
- Keine Wertung gegen andere, sondern gegen deine letzte Fassung desselben Stücks
Was du wissen solltest
- Braucht MIDI. Anschlagstärke sendet nur das Instrument selbst – über das Mikrofon erkennt VI die Töne, aber nicht, wie fest sie kamen
- Nicht der Anfang. Wer die Töne noch sucht, ist auf Einstieg oder Aufbau besser aufgehoben
- Dynamik ist Geschmack. VI misst, was dein Instrument sendet – ob eine Fassung schöner ist, entscheidet kein Programm
Das Ziel, nicht der Weg. Die drei Stufen davor bringen dich zu den richtigen Tönen; diese eine fragt, was du daraus machst. Man kommt hier an und bleibt – ein Stück ist auf Genius nie fertig.
Häufige Fragen
Brauche ich dafür MIDI?
Ja. Anschlagstärke sendet nur das Instrument selbst; über das Mikrofon erkennt VI die Töne, aber nicht, wie fest sie kamen.
Werde ich mit anderen verglichen?
Nein. Gewertet wird gegen deine letzte Fassung desselben Stücks.
Ist ein Stück auf Genius jemals fertig?
Nein, und das ist der Punkt. Die Töne ändern sich nicht mehr – was sich ändert, bist du.
Sei beim ersten Ton dabei.
VI ist in Entwicklung. Die Warteliste sichert dir den Platz in der geschlossenen Beta – und du erfährst als Erster, wenn es losgeht.